Montag, 11. Dezember 2017
Bad Moms 2
A Bad Moms Christmas
Amy, Carla und Kiki heizen dem Weihnachtsmann im Kaufhaus ordentlich ein.
© Tobis/Hilary Bronwyn Gayle

Die dauergestressten Mamis sind zurück auf der Leinwand! Amy, Kiki und Carla pfeifen auf traditionelle Perfektion und wollen sich dieses Jahr dem alljährlichen Weihnachtsvorbereitungswahnsinn samt aller hochgesteckten Erwartungen entziehen, indem sie für ihre Familien eine ganz besonders gemütliche Bescherung planen, fernab von Stress. So machen die Drei erstmal Party im Einkaufszentrum, tanzen sexy um den Mall-Weihnachtsmann herum und entfernen einen Weihnachtsbaum aus der Deko eines Schuhgeschäfts.

Die Hoffnungen der drei „schlechten Mamis“ scheinen jedoch schneller als erwartet zu platzen, als sie plötzlich mit ihrem wohl schlimmstem Weihnachtsalbtraum konfrontiert werden - ihren eigenen Müttern! Die tauchen nicht nur unverhofft auf, sondern treiben alle mit ihren Schrullen und Macken an den Rand des Wahnsinns: Für Amys Mutter Ruth muss das Weihnachtsfest perfekt sein - mit Sternsingen, „Der Nussknacker“ in der fünfstündigen russischen Originalfassung und einer extravaganten Party mit Kenny G höchstpersönlich als Unterhaltung für die 150 Gäste - und natürlich einem Dekospektakel vor dem Haus!

Kikis Mutter Sandy will ihr nicht von der Pelle rutschen, trägt knuffige Pullis mit dem Konterfei ihrer Tochter und will ins Nachbarhaus einziehen, um ihr nah zu sein. Selbst beim Sex ihrer Tochter mit dessen Ehemann kann sie nicht ablassen! Und Carla guckt ebenso ganz überrascht, als ihre Mutter Isis („wie die Terrororganisation“) plötzlich vor ihrem Haus einem Truck entsteigt. Natürlich wittert Carla, dass ihre Mutter nur Geld will, um Spielschulden auszugleichen und weiter zu tingeln, auch wenn jene das Gegenteil behauptet.

»My name is Amy Mitchell and I ruined Christmas.«

Wer sich zu Beginn des Films, als Amy zuhause auf der Treppe sitzt, das Haus an ein Schlachtfeld erinnert und ein Dromedar [im Film als Kamel bezeichnet] hindurch trampelt, an Hangover erinnert fühlt, liegt zunächst gar nicht so falsch, denn die Filmemacher Jon Lucas und Scott Moore waren auch dafür verantwortlich! Allerdings bleibt der Humor hier eher auf der „vernünftigen“ Seite.

Gut ein Jahr nach ihrem erfolgreichen Einstand kommen die Bad Moms nun in die Kinos, um die Vorweihnachtszeit ein wenig zu untermahlen und Alternativen aufzuzeigen, Ideen zu geben, auch wenn diese genauso schlecht scheinen wie die Muttis tituliert werden. Standen im ersten Film die drei jungen Mütter im Fokus, kommen nun deren Mütter an die Reihe und zeigen uns, dass es auch noch schlechter geht.

Einen herrlich explosiven Weihnachtscocktail hat das Autoren- und Regieduo da angerührt. Überall zischt und brodelt es, wenn alte und neue Konflikte aufflammen, Lebensphilosophien aufeinander krachen und quer über die Generationen und Geschlechter hinweg gezerrt und gezickt wird. Die Meister des komödiantischen Timings und des brillanten Sprachwitzes verstehen die Kunst, spielerisch zwischen Flachwitz und Feinsinn hin und her zu wechseln, und immer wirkt ihre Methode dabei frisch und überraschend.

Dazu gehört auch die erstaunliche Tatsache, dass der Film bei aller Übertreibung und Unanständigkeit im Kern eine sehr emotionale Angelegenheit ist. Jon Lucas und Scott Moore fühlen tatsächlich mit diesen Frauen und entdecken hinter beinahe jedem witzigen Einfall auch ein aufrichtiges Gefühl. So kommt es, dass dem Film bei aller bissigen Weihnachtssubversion am Ende das Kunststück gelingt, die „schlechten Mamis“ auf ganz moderne Weise mit dem Fest zu versöhnen.

»Let's put the as back in Christmas!«

Was wäre Weihnachten ohne Schnee? Pete Chesney, Chef des Spezialeffekteteams, sorgte dafür, dass während des Drehs mehr als genug Schnee zur Verfügung stand. Der Schnee war das Sahnehäubchen auf Marcia Hinds' wunderschönem Setdesign. Um mitten im Sommer Atlanta als verschneite Stadt erscheinen zu lassen, wurde Schnee aus 25 Kubikmetern zerkleinertem, biologisch abbaubarem Papier produziert und über die Drehorte verteilt. Nach Drehschluss wurde alles wieder weggesaugt.

Der Schnee, der in Großaufnahmen zu sehen ist, wurde aus Eis gewonnen. Eine Firma vor Ort, die auf künstlichen Schnee spezialisiert ist, half dabei, 100 Tonnen Eisschnee herzustellen. Hierzu wurden Eisblöcke in LKWs ans Set gebracht, durch einen Häcksler getrieben und über ein Rohr abgeladen. Ein Team aus tatkräftigen Frauen und Männern verteilte das Eis mit Schaufeln am Set. Das Resultat war so täuschend echt, dass zwischen den Aufnahmen alle vor Ort die ein oder andere Schneeballschlacht initiierten.

Eine der größten Herausforderungen für Marcia Hinds war die Zusammenarbeit mit dem Spezialeffekteteam bei der knallbunten Version von Ruths Weihnachtsdeko vor Amys Haus. Lichterketten, Figuren und mechanische Vorrichtungen ergaben einen attraktiven Schauwert für die Nachbarn. »Wir haben uns an der Gondelfahrt „It’s a small World“ aus Disneyland orientiert. Wir fertigten acht melkende Mägde bis hin zu elf Lords, die im Takt der zehn Trommler hüpfen. Alle Figuren wurden von unserem Spezialeffekteteam mit Motoren ausgestattet und inmitten von Kunstschnee platziert. Und das Ganze mitten im Sommer in einem Vorort von Atlanta!«, erinnert sie sich.

»I'll hold my butt crack open for you every time, Carla.«

»Frauen sind sicher genauso vulgär wie Männer, sie sprechen es halt nur nicht so oft laut aus«, vermutet Scott Moore. Die Filmemacher geben viel auf die Meinung ihrer Ehefrauen, die all ihre Texte gegenlesen. Und Suzanne Todd hat ebenfalls ein sicheres Gespür dafür, was die Fans von Bad Moms hören und sehen wollen. Ihr ist es zu verdanken, dass die Stripperszene eine richtig heiße Nummer geworden ist. »Wer den ersten Teil mochte, wird auch von diesem nicht enttäuscht sein. Wir bieten dasselbe noch mal und setzen einen oben drauf«, kündigt Jon Lucas an.

Während man sich im Deutschen ein läppisches Bad Moms 2 gibt, arbeiten die Filmemacher mit dem Originaltitel A Bad Moms Christmas bereits versierter mit der Marke „Bad Moms“ und verweisen dabei auf den feierlichen Inhalt. Sie lassen es sich auch nicht nehmen, den Weihnachtsklassiker Tatsächlich...Liebe! aufs Korn zu nehmen und den Film mit einem Musikvideo mit den Akteuren ausklingen zu lassen.

»Jay Hernandez und ich haben es übrigens tatsächlich sehr genossen, den Frauen den vorderen Teil der Bühne zu überlassen«, sagt Peter Gallagher, der mit Christine Baranski befreundet ist und bereits vor 30 Jahren mit ihr in dem Broadway-Hit „The Real Thing“ auftrat. »Das komödiantische Feuerwerk, das zwischen ihnen abgeht, ist wirklich extrem unterhaltsam. Jede Mutter oder Tochter, die das Gefühl hat, ihr Schicksal sei filmisch bisher noch nie authentisch umgesetzt worden, wird sich vor Freude auf die Schenkel klopfen!« Das anspruchslose Unterhaltungswerk lädt aber auch alle Erwachsenen (ab 12) dazu ein, einen vergnüglichen Nachmittag oder Abend zu verbringen, sei es während der Weihnachtseinkäufe oder danach. Auf jeden Fall macht der Film eine Menge Spaß! ■ mz

6. November 2017

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Tatsächlich... Liebe!



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