Samstag, 21. April 2018
Thor: Tag der Entscheidung
Thor: Ragnarök
Thor ist wieder da!
© Marvel Studios/Jasin Boland

Die Gerüchte brodelten schon vor dem letztjährigen Marvel-Film Captain America: Civil War, dass der Hulk/Bruce Banner auftreten würde... Dies war allerdings wirklich nur eine „Ente“, denn der Hulk wäre wahrscheinlich bei der Auseinandersetzung der beiden unterschiedlichen Heldenlager auf einem Flughafen zu mächtig gewesen, wenn er sich einer Seite angeschlossen hätte. Am Ende von Avengers: Age of Ultron sah man den Hulk in einem Quinjet, den Tony Stark möglicherweise gleich weltraumtauglich konzipiert hat, so dass der Hulk unser Planetensystem verlassen zu haben schien. Bestätigt wurde dies beim ersten Trailer von Thor: Ragnarök als Thor in einer Arena überraschend auf seinen ehemaligen grünhäutigen Mitstreiter aus dem Avengers-Team trifft. Zeitlich laufen die Ereignisse parallel zu den Geschehnissen in Civil War ab.

»Don't forget your umbrella!«

Der neueste Marvel-Film, der bei uns am Reformationstag in den Kinos startet, beginnt mit einem Thor, der sich erst einmal aus den Fängen des teuflischen Gottes Satyr befreien muss, um diesen zu besiegen. Letztlich gelangt er nach Asgard zurück und trifft auf seinen Bruder Loki, der Odin entthront und verbannt hat und in dessen Gestalt die familiären Heldentaten von einer illustren Schauspieltruppe (Achtung, Cameos!) aufführen lässt. Odin wollte eh den Staffelstab an einen seiner Söhne weitergeben. Um den Zwist um den Thron zu schlichten, machen sich die Brüder auf, Odin zu finden, der mittlerweile auf der Erde seinen Lebensabend verbringt.

Mit Hilfe des merkwürdigen Dr. Strange treffen die beiden auf ihren Vater, der ihnen von seiner Erstgeborenen Hela erzählt, mit der er die Galaxis erobert und dann befriedet hat. Als Hela, auch die Todesgöttin genannt, zu skrupellos und stark wurde, hat Odin sie verbannt. Jetzt, nach dem Erlöschen des Höllenfeuers, naht ihre Rückkehr, woraufhin diese auch sofort als erster Nachkomme Odins den Thron von Asgard beansprucht. Dies wollen Thor und sein Adoptivbruder Loki nicht zulassen und stellen sich gegen ihre vermeintliche Schwester.

Die ungleichen Brüder landen beim Kampf gegen die immer stärker werdende Hela allerdings auf dem Planeten Sakaar, eine in lakritzbunte Farben gehüllte Weltraum-Mülldeponie, auf dem eine Person namens Grandmaster das Sagen hat und dort Gladiatorenkämpfe abhält. Diesen Planeten zu verlassen, erscheint nicht so einfach, so dass sich die beiden gegensätzlichen Brüder erneut verbünden müssen, um Hela die Stirn bieten zu können.

Dies erweist sich als relativ schwierig, und so müssen sie auf weitere Hilfe hoffen. Auf Sakaar, wo alle irgendwie einer Art Kopfgeldjäger-Mentalität verfallen sind und beim Grandmaster auf den entsprechenden Mammon für ihre Beute hoffen, erweist sich kaum jemand so rechtschaffend. Erst als Thor die wahre Identität seiner Fängerin und einen alten Bekannten entdeckt, fängt sein Blatt an, sich wieder zum Besseren zu wenden. Was sich dann entwickelt, ist beste Marvel-Erzählstruktur, ohne hier zu viel zu verraten...

»Are you a fighter or are you food?«

Weit humoriger als der relativ düstere zweite Thor-Film, verbindet dieser Streifen Elemente aus den vorhergehenden Filmen, ohne auf Vorwissen zu setzen. Hat man dieses allerdings, so entwickelt sich ein Höhepunkt nach dem anderen, da viele Figuren, die man kennt, auftauchen und einen auf die Reise mitnehmen, um den Abschluss der dritten Phase des filmischen Marvel-Universums vorzubereiten.

»Unser drittes Thor-Abenteuer sollte sich sehr vom unmittelbaren Vorgänger, Thor: The dark Kingdom, unterscheiden«, erzählt Marvel-Produzent und -Mastermind Kevin Feige. »Bei diesem neuen Abenteuer sollte tatsächlich auch vieles neu sein – Figuren, Bösewichte und auch die Schauplätze. Bei Marvel lieben wir es, den Zuschauer zu überraschen – auch hinsichtlich dessen, wie sich der Erzählton in einem Lizenzprodukt ändern kann.«

In der nordischen Mythologie bedeutet Ragnarök »das Ende der Welt, die Apokalypse, Armageddon«, erklärt der neuseländische Regisseur Taika Waititi, der im Film übrigens auch die Rolle des freundlichen, aus Stein bestehenden Gladiatoren Korg spielt. »Für mich aber steht Ragnarök für Wiedergeburt. Damit beginnt ein neuer Zyklus – im Leben der bekannten Welt oder im Universum. Ich verstehe darunter die Zerstörung des Alten und die Wiedergeburt durch etwas Neues.«

Als Produzent Kevin Feige Taika Waititi die Regie des dritten Thor-Abenteuers anvertraute, waren der ganz eigene filmische Stil und die kreative Perspektive, was er in dieses Lizenzprodukt einbringen könnte, die entscheidenden Kriterien dafür. »Wir suchten nach einem Filmemacher, der uns wirklich helfen konnte, einen neuen Erzählton für einen Thor-Film zu etablieren«, erläutert Kevin Feige.

»I'm asking for safe passage through the anus.«

Dies wird grundsätzlich gerne bei den Marvel-Filmen zelebriert, so dass jeder Film in gewisser Weise die Handschrift seines Regisseurs trägt. So folgt auf Thor: Tag der Entscheidung im Frühjahr des nächsten Jahres die Verfilmung des schon in Civil War aufgetretenen Black Panthers im gleichnamigen Film. Ende April/Anfang Mai kommt dann Avengers: Infinity War in die Kinos. Dann wird man den 2015 eingeführten Antman in Antman and the Wasp wiedersehen, und bevor der abschließende, noch unbetitelte Avengers-Film auf die Leinwände kommt, wird noch eine weitere Marvel-Figur ihren Auftritt haben: Captain Marvel.

Jetzt dürfen sich die Fans aber erstmal auf den weiteren Auftritt des Donnergotts aus Asgard freuen. Mit welcher Leichtigkeit Regisseur Taika Waititi, der maorische Wurzeln hat, seine Akteure agieren läßt, ist schon bemerkenswert. Alles wirkt aus einem Guss, ist oft hell ausgeleuchtet, welches teils auch an den vielen Außenaufnahmen liegt, die im australischen Queensland gedreht wurden und vornehmlich für den Planeten Sakaar herhalten. Wie immer zum Schluß noch die kleine Anmerkung, beim Abspann im Kinosessel sitzen zu bleiben - es lohnt sich! ■ mh

26. Oktober 2017

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