Montag, 21. Mai 2018
Barry Seal - Only in America
American made
Barry Seal im Auftrag der CIA
© Universal Pictures/David James

Das Leben schreibt manchmal Geschichten, die so verrückt sind, dass man niemals denken würde, sie seien wahr. Und nur in Amerika sind den Möglichkeiten dabei keine Grenzen gesetzt. Solch einen Film konnten wir zuletzt 2013 in den Kinos bewundern - Pain & Gain von Hollywoods Action-Epiker Michael Bay um Fitnesstrainer, die das schnelle Geld machen wollen. Auch hier geht es um das schnelle Geld...

Anfang der 80er Jahre hält sich der sympathische Draufgänger Barry Seal durch raffinierte Schmuggeleien neben seinem Job als TWA-Pilot gut über Wasser. Kompliziert wird es, als er zu seiner eigenen Überraschung von der CIA rekrutiert wird, um an verdeckten Operationen in Südamerika mitzuarbeiten. Schnell stellt Barry fest, dass sich auch mit der Gegenseite durchaus lukrative Geschäfte machen lassen.

Schon bald verstrickt er sich immer tiefer in dubiose Machenschaften zwischen CIA, FBI, Guerilla-Kämpfern in Nicaragua und dem kolumbianischen Kartell um Pablo Escobar. Ein irrwitziges Abenteuer als Waffenschmuggler, Drogenhändler und verdeckter CIA-Agent beginnt, das Barry zu einem der reichsten Männer der USA macht. Doch wohin mit dem ganzen Geld?

»I'm the gringo who always delivers.«

Schlitzohrig und voller Abenteuerlust zeigt sich Tom Cruise hier wieder - der 80er-Jahre-Tom, den wir seit Jerry Maguire nicht mehr gesehen haben. Nach Edge of Tomorrow, wovon bereits eine Fortsetzung geplant ist, ist Barry Seal - Only in America dessen zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Doug Liman, der sich mit Filmen wie Swingers, Go! und Die Bourne Identität einen Namen gemacht hat.

Mit oft nervig wackelnder Kamera, die gespielte Szenen und Zeitdokumente, wie Interviews oder Fernsehberichte, geschickt miteinander verbindet, einer zeitgenössischen Farbgebung, die nach dem Film im nachgeholten Vorspann in Aufnahmen mit VHS-Bildfehlern kulminiert, temporeicher Musik aus jener Zeitperiode und einem geschickt gestrickten Drehbuch, womit es Autor Gary Spinelli schafft, die sorgfältig recherchierte Geschichte nachvollziehbar zu erzählen, schafft es Doug Liman, den Zuschauenden nicht nur eine irrwitzige Farce zu bieten, sondern auch noch den realen Hintergrund und die politischen Dimensionen so authentisch und simpel wie möglich zu vermitteln.

Wer in den 80ern die politische Weltlage verfolgt hat, für den rufen Namen wie Pablo Escobar oder das Medellin-Kartell alte Nachrichtenmeldungen in Erinnerung. Zudem bekommen wir auch noch einen jungen George W. Bush zu Gesicht und hören von einem Gouverneur Clinton. Es ist schwer zu glauben, dass die irre Geschichte um den Drogenschmuggler mit Rückendeckung der US-Regierung nach einer wahren Geschichte gedreht wurde. Doug Limans Film tritt den Beweis an, auch wenn er sich hier und da künstlerische Freiheiten herausgenommen hat. Barry Seal - Only in America ist eine packende Biografie, die jede Minute unterhält - politische Bildung mit Spaßfaktor. Warum man hier wieder auf einen deutschen Filmtitel auf Englisch zurückgegriffen hat, bleibt jedoch unverständlich. ■ mz

26. September 2017

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