Donnerstag, 26. April 2018
The Founder
© splendid

Ray Croc, 52 Jahre alt, Vertreter für Milchshake-Mixer, hat Anfang der 50er Jahre nur äußerst mäßige Erfolge vorzuweisen. Trotzdem gibt der charismatische Vollblutverkäufer nicht auf und träumt den amerikanischen Traum. Seine Frau und sein Zuhause sieht er nur ein paarmal im Jahr, weil er ständig durch die Lande tingelt, um seine Mixer den Geschäften zu verkaufen.

Als er zufällig von einem revolutionären Schnellrestaurant im kalifornischen San Bernardino die Bestellung von sechs Mixern mitbekommt, wird er neugierig. Warum braucht ein „Schnellrestaurant“ satte sechs Mixer (jedes Gerät kann fünf Shakes gleichzeitig mixen!)? Also macht er sich auf den weiten Weg und muss verbrlüfft feststellen, dass die Betreiber des heiß begehrten Restaurants, die Brüder Dick und Mac McDonald, ein revolutionäres Geschäft betreiben.

Bislang gab es lediglich Drive-Ins, bei denen man am Auto bedient wird, lange auf seine Bestellung warten muss und dann eventuell auch noch das Falsche bekommt. Bei den McDonalds ist es anders: Man muss an die Theke heran treten und dort bestellen, und zu Rays Überraschung wird einem das bestellte Mahl schon kurz nach dem Bezahlvorgang ausgegeben! Und dann schmeckt der Burger auch noch!

»Burgers crossing!«

Ray ist fasziniert von dem Etablissement der rührigen Brüder McDonald, die ein geniales System entwickelt haben, jedes Gericht zu jeder Zeit stets frisch auf dem Tisch zu haben. Ihr Geschäft floriert. Nur an Expansion verschwenden die beiden keinen Gedanken. Da wittert der hinterlistige Verkäufer seine Chance, das Ruder seines Lebens noch einmal herum zu reißen. Mit Hartnäckigkeit und Raffinesse schafft er es, dass die Brüder ihm die Lizenz gewähren, die Idee der Brüder in Restaurants landesweit zu investieren.

Wie es sich für einen Durch-und-durch-Kapitalisten gehört, kauft er von seinem Ersparten Grundstücke, auf denen er die Filialen erbauen lässt, natürlich mit der Auflage der Brüder McDonald, dass diese Zweigstellen dasselbe Prinzip anwenden. Zunächst stößt Ray Kroc auf logistische Widerstände, doch schon bald fangen die Geschäfte zu florieren an.

Der Film erzählt die Geschichte einer feindlichen Übernahme, die Geschichte eines Parasiten, der sich den Traum anderer ohne Rücksicht auf Verluste zu eigen macht, bis McDonald's sein persönlicher amerikanischer Traum geworden ist. John Lee Hancock erzählt diese verblüffende Erfolgssaga absolut brillant und punktgenau als Tragödie, als Horrorfilm, in dem das Monster allzu menschlich und nachvollziehbar ist, aber sich trotzdem nichts aus dem Leben anderer macht, denn die McDonalds, die eigene Frau wie auch seine Seele müssen auf der Strecke bleiben.

Man bekommt eine vielschichtige Erzählung voller verblüffender Details, Lacher, Drama und natürlich ein Vergleichsobjekt zu dem, was sich heute McDonald's nennt. Michael Keaton spielt den skrupellosen Kapitalisten, der die bislang eher unbekannten Brüder McDonald, die man während des Films liebgewinnt und am Ende zutiefst bedauert, ebenso wie die von Laura Dern gespielte treue Ehefrau, die am Ende auf der Strecke (oder vielmehr im Abseits) bleibt, mit voller Hingabe und nachvollziehbarer Skrupellosigkeit, dass man erst mit ihm mitfiebert, dass er endlich seinen Erfolg kommt, man dann aber feststellen muss, dass er eigentlich ein Bösewicht ist, der sich mit seinen fiktiven Artgenossen messen kann, und dazu noch den Zuschauenden die Augen darüber öffnet, in was für einer fiesen Gesellschaft wir eigentlich leben. Guten Appetit! ■ mz

22. April 2017

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