Donnerstag, 26. April 2018
† Carrie Frances Fisher (1956-2016)

Das Star-Wars-Fandom ist geschockt: Carrie Fisher, die als Prinzessin Leia zu Weltruhm kam, ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Auf ihrem Rückflug von London nach Los Angeles, kurz vor Heiligabend, erlitt sie 15 Minuten vor der Landung einen Herzinfarkt, dessen Meldung bereits Kollegen und Fans erschütterte. Doch alle Genesungswünsche sollten nicht helfen. 2016 sollte auch ihr Leben beenden. Sie wurde nach Angaben ihres Bruders Todd Fisher auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Kalifornien behandelt, wo sie am 2. Weihnachtsfeiertag schließlich verstarb.

»Die Welt hat sie geliebt«, heißt es in einem Statement von Fishers Tochter Billie Lourd, die ebenfalls als Schauspielerin arbeitet und in ebenfalls an der Seite ihrer Mutter im letzten Star-Wars-Film mitgewirkt hat. Fishers Mutter dankte auf Facebook »allen, die die Gaben und Talente meiner geliebten und unglaublichen Tochter« angenommen hätten.

1975 wurde sie für die Rolle der Lorna in der Hippie-Dramödie Shampoo besetzt, was ihr durch Hauptdarsteller Warren Beattie die Türen öffnete. Zwei Jahre später sollte sie in Star Wars - Eine neue Hoffnung zur SciFi-Ikone Leia Organa werden. Sie spielte in zahlreichen bekannten Filmen, darunter zweimal mit Tom Hanks, zeigte den Blues Brothers, wo der Haken hängt, drehte mit Woody Allen Hannah und ihre Schwestern, mit Loverboy Patrick Dempsey, war Meg Ryans Freundin in Harry & Sally, die Therapeutin von Dr. Evil in Austin Powers - International Man of Mystery, die Nonne in Jay und Silent Bob schlagen zurück, die Mutter Oberin in 3 Engel für Charlie - Volle Power, eine Ärztin in Fanboys und sogar sich selbst in David Cronenbergs Hollywood-Katastrofenfilm Maps to the Stars.

Im vorigen Jahr erst kehrte sie als Leia zurück auf die Leinwand. Die Fortsetzung von Star Wars VII Das Erwachen der Macht ist Gott sei Dank bereits im Kasten, doch bleibt die Frage, was aus Leia wird. Das wird sicherlich eine harte Aufgabe für die Drehbuchkünstler, denn die letzte Episode der Skywalker-Sage soll erst 2019 in die Kinos kommen.

Carrie Fisher war aber mehr als nur Filmschauspielerin. Sie trat zwischendurch immer wieder in TV-Serien und -Filmen auf, ob in Frasier, Sex and the City, Smallville, 30 Rock, Entourage, The Big Bang Theory, Family Guy oder zuletzt in der britischen Komödienserie Catastrophe, deren 3. Staffel vor kurzem erst fertig gedreht wurde. Aber auch am Broadway und auf anderen Bühnen war sie zu Hause.

Erfolg hatte Frau Fisher auch als Autorin von Büchern, in denen sie schonungslos ihre Kämpfe gegen Sucht und psychische Leiden schilderte. Sie habe schon mit zwölf Jahren Gras geraucht und mit 21 LSD genommen, berichtete sie. Mit 24 sei bei ihr eine bipolare Störung festgestellt worden. Erst kürzlich veröffentlichte sie ihre Autobiografie „The Princess Diarist“. Darin enthüllt Fisher, dass sie am Star-Wars-Set eine Affäre mit ihrem Kollegen Harrison Ford gehabt habe. Carrie sei »einzigartig, brillant und innovativ gewesen, außerdem lustig, unerschrocken und mutig«, sagte Ford nun zum Abschied. »Wir werden sie alle vermissen.«

Seit 2006 tourte sie mit ihrer Show „Wishful Drinking“ durch die USA. Darin erzählte sie von ihren skandalumwitterten Eltern, der Schauspielerin Debbie Reynolds und dem Sänger Eddie Fisher, der die Familie für Elizabeth Taylor verließ. Außerdem erörterte Fisher ihre kurze Ehe mit dem Musiker Paul Simon, sprach darüber, wie der Vater ihrer Tochter sie wegen eines Mannes sitzen ließ und über den Tag, als sie neben einem toten platonischen Freund aufwachte, der sich in ihrem Bett eine Überdosis verabreicht hatte. »Ich bin ein Produkt von Hollywood-Inzucht«, sagte sie voller Sarkasmus in ihrer Show. »Wenn sich zwei Berühmtheiten treffen, kommt jemand wie ich dabei heraus.«

»Sie war extrem klug, eine talentierte Schauspielerin, Autorin und Komödiantin mit einer sehr farbigen Persönlichkeit, die jeder liebte«, teilte Star-Wars-Schöpfer George Lucas mit. Auch Regisseur Steven Spielberg würdigte die Verstorbene und nahm in Anspielung auf das berühmte Filmzitat Abschied: »Möge die Macht mit Dir sein.« Das hoffen wir alle. ■ mz

3. Januar 2017
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