Donnerstag, 26. April 2018
† Alice Elizabeth Ruyter (1928-2016)

Die US-Schauspielerin Alice Drummond ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 88 Jahren von uns gegangen. Laut ihrer Freundin und Kollegin June Gable sei Frau Drummond vor zwei Monaten gestürzt und konnte sich davon nicht mehr erholen. Die Tochter eines Automechanikers und einer Sekretärin wuchs in Pawtucket, Rhode Island, auf und wurde bereits als Kind von ihrer Mutter gelegentlich zu Theateraufführungen nach Boston mitgenommen.

Sie trat in verschiedenen Schulaufführungen und später mit der Theatergruppe Brown’s Sock und der Buskin Drama Society auf, bis sie Mitte der 50er Jahre nach New York ging, um eine seriöse Karriere als Schauspielerin anzustreben. Es dauerte jedoch eine Weile, bis sie in der Theaterszene Fuß fassen konnte. Fabelhafte Kritiken erhielt sie für den Part der Anna von Kleve in einer Inszenierung von Hermann Gressiekers Stück „Royal Gambit“. Daraufhin folgten weitere Off-Broadway-Rollen, jedoch zur Frustration der Schauspielerin nur eine Hauptrolle in der sie die Unschuldig-Naive verkörperte.

Ebenfalls bekleidete Frau Drummond ab Ende der 1950er ausschließlich Nebenrollen am New Yorker Broadway, wo sie ihr Debüt 1959 in einem Revival der Aristophanes-Komödie „Lysistrata“ gab. Einer ihrer größten Erfolge war die Komödie „The Chinese and Dr. Fish“ (1970) an der Seite von Joseph Bova und William Devane am Ethel Barrymore Theatre. Die Rolle der Mrs. Lee in dem Einakter brachte ihr 1970 die erste Tony®-Nominierung ein.

Sechs Jahre später erhielt sie eine erneute Nominierung für ihre Nebenrolle der Agnes in Arvin Browns Inszenierung von „A Memory of two Mondays“ am Playhouse Theatre. In der Adaption von Arthur Millers Stück, das gemeinsam mit dem Tennessee-Williams-Spiel „27 Wagons full of Cotton“ aufgeführt wurde, waren unter anderem die noch jungen Schauspieler John Lithgow und Meryl Streep ihre Bühnenpartner. Anfang der 90er Jahre rief sich die Schauspielerin als schusselige und von Rückenschmerzen geplagte Tante Ruth in Scott McPhersons vielfach preisgekrönten schwarzhumorigen Theaterstück „Marvin’s Room“ (1991/92) in Erinnerung. Zur ihrer Enttäuschung Drummonds wurde sie aber in der gleichnamigen Oscar®-nominierten Verfilmung des Off-Broadway-Stückes durch Gwen Verdon ersetzt.

Parallel zu ihrer Arbeit am Theater erschien Drummond seit 1967 in mehr als 60 Film- und Fernsehproduktionen. Sie debütierte mit der Rolle der Schwester Jackson in einigen Episoden der populären übernatürlichen Fernsehserie Dark Shadows, hatte Auftritte in Seifenopern wie Where the Heart is und Ryan's Hope und hatte Gastauftritte in Serien wie Der Equalizer, Harrys wundersames Strafgericht, Law & Order, Cosby oder Boston Legal.

Ihren ersten Spielfilmauftritt absolvierte Alice Drummond mit einer Statistenrolle in Carl Reiners rabenschwarzer Komödie Wo is’ Papa?. Sie wurde zunächst als Krankenschwester oder Sekretärin besetzt und wurde später gern als verschrobene alte Dame engagiert. »Selbst als ich auf der Brown war, habe ich kleine alte Damen gespielt«, sagte sie 1998 in einem Interview des Brown Alumin Magazins. Sie spielte in Filmen wie Das schönste Freudenhaus in Texas, Das Haus an der Carroll Street, Funny Farm (1988), Zeit des Erwachens, Nobody's Fool - Auf Dauer unwiderstehlich, I.Q. - Liebe ist relativ, Jeffrey, To Wong Foo, thanks for everything, Julie Newmar oder After.Life (2009).

Ihre bekanntesten Rollen jedoch sind die der Bibliothekarin Alice aus dem Klassiker Ghostbusters, Mrs. Finkle in Ace Ventura - Ein tierischer Detektiv, Tante Susan in In & Out - Rosa wie die Liebe (1997) sowie in dem Priesterdrama Glaubensfrage an der Seite von Philip Seymour Hoffman †. Ihre letzte Rolle spielte sie 2010 in der Komödie Reine Fellsache an der Seite von Brendan Fraser und Brooke Shields. ■ mz

6.Dezember 2016
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